Schüttelreime (linke Spalte) und Ungeschütteltes bis zum Abschütteln. Alle Texte © Wolfgang Heidschuch

Nach dem Kriegsrat


Der Geist wird in den Zelten weit,
vergessen ist die Weltenzeit,
und alle Krieger hauchen rasch:
"Oh Manitou, wir rauchen Hasch.
Du lehrst uns stets beim Teilen Güte,
versorgst uns mit der geilen Tüte,
und lachst dann, falls wir Krieger sabbeln,
wenn planlos edle Sieger krabbeln,
und wenn mit bunten Hippietupfen
wir nackich um den Tipi hupfen."


Nachts im Vatikan


Vom Anstand bitte trennen, Papst,
wenn du des Nachts zum Pennen trabst.
Ob du es mit den Nonnen wagst
und wild am Berg der Wonnen nagst?


Auf der Alm


Der Melker träumt von Spitzenzielen,
will an des Ochsen Zitzen spielen.
Doch lies die Infomappe, Knilch:
Ein Ochse gibt nur knappe Milch!


Missglückte Minne


Der Ritter Franz, der scharfe Hund,
trieb wieder mit der Harfe Schund.
Sein Sinn für das Gewinnen zagte,
als er sich vor die Zinnen wagte:

"Ich weiß, du bist da drinnen mollig
und findest wohl mein Minnen drollig.
Doch auch in dir steckt feister Drang.
Erhöre mich, mein dreister Fang!"

Sie sprach: "Du bist ein Zinnenspecht,
der schamlos vor dem Spinnen zecht.
Nun zügle deinen Ritterdrang,
du bist hier höchstens dritter Rang.

Kein Schmuck gibt deiner Fratze Glanz,
auch hast du eine Glatze, Franz.
Und Hosen trägst du häßlich grüne.
Ich finde dich so gräßlich, Hüne.

Bisher hat's keine Wutz geschert,
ob mir hier jemand Schutz gewährt.
Auch hab ich ja zwei Elfenhände.
Ich kann mir selber helfen. Ende."

Ganz zittrig wird des Recken Hand,
er taumelt an den Heckenrand.
Der Wind haucht leise ihren Namen.
Dann streiken seine Nieren.
Amen.